Wer tut etwas, um ... ?

«Daten aus allen Quellen sollen zusammengeführt werden, um sie schnell zur Verfügung zu stellen.» – Der Satz ist zwar verständlich, tut aber dem Sprachgefühl weh. Nebensätze mit «um» drücken in der Regel aus, was das handelnde Subjekt des Hauptsatzes mit seiner Tätigkeit bezweckt: Ich esse einen Apfel, um meinen Hunger zu stillen.

Steht nun der Hauptsatz im Passiv, so wird das Objekt der Handlung (hier: «Daten») zum grammatikalischen Subjekt, der Nebensatz aber beschreibt die Absicht der nicht genannten Handelnden. Wir können den Nebensatz ebenfalls ins Passiv setzen, aber das ist unelegant: «... um schnell zur Verfügung gestellt zu werden».

Bei diesem Beispiel wäre besser: «... um schnell zur Verfügung zu stehen». Eine solche aktive Wendung ist selten zur Hand; im Normalfall empfiehlt sich, das Passiv aus dem Hauptsatz zu entfernen. Fast immer geht «man» als Subjekt, aber es sollte nur dann vorkommen, wenn klar ist, wer da handelt. In unserem Beispiel lieber: «Die Initianten wollen Daten aus allen Quellen zusammenführen, ...»

© Daniel Goldstein